Olag Georg Klein

HÖRSPIELE

Freiheit und Abschied des Herrn von Kleist

Ursendung: 21.11.86, Radio DDR 2
Die übermütigen und glücklichen letzten beiden Tage des Dichters Heinrich von Kleist stehen im Mittelpunkt dieses Hörspiels. Sein Leben und sein Scheitern – war es ein Scheitern? – lassen existentielle Fragen aufscheinen und den Hörer Parallelen zur Gegenwart ziehen. Was gibt Sinn? Was lohnt? Was bleibt?

Deutscher Alptraum

1988 in dem Ost-Berliner Untergrundverlag "Kontext", Heft 4
Wie der Nationalsozialismus in autoritären Denk- und Verhaltensstrukturen in der DDR nachgewirkt hat, steht im Mittelpunkt dieses Hörspiels. Schuld, die nicht durch Reue bewältigt wird, zieht neues Schuldig-
werden nach sich und wirkt wie ein Verhängnis weiter und weiter, von einer Generation auf die andere.

Warten auf Antwort

Ursendung: (Unter dem Titel: "Bis zum Tode") 01.08.89, Berliner Rundfunk
Eine Frau sitzt am Fenster und wartet auf den Briefträger, wartet auf Nachricht, von ihrem Sohn, der im 3. Reich zwangsadoptiert wurde. Sie hat ihn über das Rote Kreuz suchen lassen. Er lebt jetzt im Westen und hat auf ihren Brief nicht geantwortet. Seit zwanzig Jahren wartet sie und wenn die Mauer nicht wäre, dann würde sie einfach hinfahren und ihn zur Rede stellen.

Fremder Freund

In einer Wohnung wohnen, in der sowieso gerade keiner wohnt? Weil der oder die Mieter oder Besitzer gerade arbeiten, im Urlaub sind oder auf Dienstreise? Der unbekannte Mitbewohner läßt keine Spuren zurück, nimmt nichts weg, er hinterläßt alles genau so, wie er es vorgefunden hat. Aber eines Tages wird der überrascht ...

Schwesterherz (auch als Theaterfassung)

Zwei Halbschwestern (35 und 33) treffen 1990 in Ostdeutschland kurz vor der Beerdigung ihres gemeinsamen Vaters zum ersten Mal aufeinander. Die ältere ist bei ihrer Mutter im Westen aufgewachsen, die andere im Osten. Die ältere hat den Vater aus der Ferne vergöttert, die jüngere hat im Osten Karriere gemacht und den Vater gehaßt. Aus guten Gründen. Zwei Lebens-, Erfahrungs- und Vaterwelten prallen in dieser existentiellen Situation aufeinander ...